Der spanische Zweiradmarkt schließt 2025 mit deutlichem Plus ab

Stephan Krückel
By Stephan Krückel
14 January 2026 3 min Lesezeit
Zuwächse im klassischen Motorradsegment und bei Rollern: In Spanien brummte 2025 die Zweiradkonjunktur.

Der spanische Branchenverband ANESDOR hat im Rahmen einer Pressekonferenz die offiziellen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 vorgestellt. Demnach verzeichnete der Sektor der Motorräder und Leichtfahrzeuge ein Wachstum von 6,9 % im Vergleich zum Vorjahr, was insgesamt 265.220 Neuzulassungen entspricht. Damit machen diese Fahrzeuge mittlerweile 16,1 % des gesamten spanischen Fahrzeugmarktes aus. Innerhalb der Branche zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede: Während klassische Motorräder um 7,2 % zulegten und Roller (Scooter) sogar ein Plus von 12,9 % verbuchten, mussten Kleinkrafträder (Moped-Klasse) einen Rückgang von 4,1 % hinnehmen.

Ein kritisches Thema bleibt zudem das Alter der Bestandsfahrzeuge. Obwohl der Gesamtbestand in der letzten Dekade um fast 17 % auf knapp sechs Millionen Fahrzeuge angewachsen ist, liegt das Durchschnittsalter mittlerweile bei 17,9 Jahren.

Besonders hervorzuheben ist die wachsende Bedeutung der Elektromobilität in diesem Segment. Die Zulassungen von elektrisch betriebenen Zweirädern und Leichtfahrzeugen stiegen laut ANESDOR-Statistik um 14,1 % auf 11.053 Einheiten. Dennoch weist der Verband darauf hin, dass die Elektrifizierung aufgrund technischer Hürden derzeit noch nicht für alle Fahrzeugtypen der Kategorie L (Leichtfahrzeuge) praktische Lösungen bietet.

Trotz der positiven Marktentwicklung sieht die Branche erheblichen Nachholbedarf bei der politischen Berücksichtigung. Nach Angaben von José María Riaño, Generalsekretär von ANESDOR, repräsentieren Motorräder eine wichtige Lösung für aktuelle Herausforderungen wie die Verkehrsüberlastung in Städten und die Verbesserung der Luftqualität. Dennoch werde das Segment in vielen Regularien ignoriert oder fälschlicherweise mit Pkw gleichgesetzt. Ein zentraler Kritikpunkt des Verbandes betrifft die Umweltplaketten. Über eine Million Fahrzeuge fallen derzeit in eine Art „Rechtsvakuum“, da sie trotz modernster Euro-Normen und geringer Emissionen schlechter eingestuft werden als viele Hybrid-Pkw.

Für das Jahr 2026 prognostiziert der Verband eine Fortsetzung des positiven Trends, wenn auch in abgeschwächter Form. Wie ANESDOR mitteilt, wird ein moderates Wachstum von etwa 4 % auf rund 275.700 Neuzulassungen erwartet. Dieser Zuwachs müsse jedoch durch entsprechende Investitionen in die Infrastruktur und eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen begleitet werden, damit die Vorteile dieser Mobilitätsform voll ausgeschöpft werden können.

Fazit der Kernaussagen:

  • Marktwachstum: Der Sektor wuchs 2025 um 6,9 % auf über 265.000 Neuzulassungen, wobei Roller die stärksten Treiber waren.
  • Elektromobilität: Elektro-Zweiräder legten um 14,1 % zu, machen aber mit 4,2 % weiterhin nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes aus.
  • Veralteter Bestand: Das Durchschnittsalter der Motorräder in Spanien ist auf 17,9 Jahre gestiegen, was den Verband und die Branche vor sicherheits- und umweltpolitische Herausforderungen stellt.
  • Politische Forderungen: Die Branche fordert eine bessere Berücksichtigung in Mobilitätsgesetzen und eine faire Einstufung bei Umweltplaketten, da Motorräder zur Entlastung der Innenstädte beitragen.
  • Ausblick 2026: Für das laufende Jahr wird ein weiteres, moderates Plus von 4 % prognostiziert.